Flauschige Helfer für kleine Patienten

Lippen-Kiefer-Gaumenspalten gehören zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen. Sie können heute gut behandelt werden, was für betroffene Kinder aber eine grosse Belastung sein kann. Am Craniofazialen Zentrum des UniversitätsSpitals Zürich, wo Fachspezialisten interdisziplinär zusammenarbeiten, erhalten sie deshalb nicht nur eine hochprofessionelle Betreuung, sondern als Mutmacher auch ein eigens dafür kreiertes Plüschtier. Wer helfen will, kann mit einer Spende das Projekt unterstützen.

Fenggli_Samuel_Projekte_HiddenPage.jpg

Jedes 750. Neugeborene kommt mit einer Lippen-, Kiefer- oder Gaumenspalte zur Welt, wobei diese separat oder zusammen auftreten können. Damit handelt es sich um eine der häufigsten angeborenen Fehlbildungen beim Menschen. Betroffene Kinder leiden unter verschiedenen funktionellen Einschränkungen. „Je nach Spaltform können sie Mühe besonders bei der Nahrungsaufnahme und beim Sprechen haben“, sagt Prof. Dr. Martin Rücker, Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am UniversitätsSpital Zürich. Andererseits können Kinder auch aus rein ästhetischen Gründen leiden. Ist beispielsweise aufgrund einer Lippenspalte die Nase in ihrer Form verändert, werden Kinder manchmal von Gleichaltrigen gehänselt.

Doch gibt es heute für die Lippen-Kiefer-Gaumenspalten sehr gute Behandlungsmethoden. In einer Operation werden die Gesichtszüge korrigiert, so dass sich diese im Lauf des Wachstums weitgehend normal entwickeln. Entsprechend können die betroffenen Kinder in der Folge auch wieder normal sprechen, essen und trinken. Der Eingriff wird im Alter von sechs Monaten (Lippenspalte), vor Abschluss des ersten Lebensjahres (Gaumenspalte) beziehungsweise zwischen 9 und 13 Jahren (Kieferspalte) empfohlen.

USZ-Experte Rücker betont aber, dass die Behandlung mit dem chirurgischen Eingriff nicht abgeschlossen ist. „Die Entwicklung muss so lange begleitet werden, wie das Kind wächst.“ Es brauche daher Spezialisten aus verschiedenen Fachgebieten. Neben Mund-Kiefer-Gesichtschirugen und Kiefer-Orthopäden sind beispielsweise Hals-Nasen-Ohren-Ärzte, Gynäkologen, Neonatologen und – weil auch die Sprachentwicklung beeinträchtigt sein kann – Logopäden vonnöten.

Lippen-Kiefer-Gaumenspalten sollten deswegen von einem interdisziplinär zusammen arbeitenden Team behandelt werden. Die Beratung beginnt wenn möglich bereits vor der Geburt. Am Craniofazialen Zentrum des UniversitätsSpitals Zürich ist dies alles gewährleistet. Hier fliessen die Kompetenzen von UniversitätsSpital, Universitäts-Kinderspital und Zentrum für Zahnmedizin in Zürich und damit einer Vielzahl von Fachspezialisten zusammen.

Spenden für die nächste Generation

Die Operation der angeborenen Fehlbildung kann für Kinder natürlich eine grosse Belastung sein. Rücker und sein Team haben sich deshalb etwas Spezielles einfallen lassen: Die Kleinen erhalten ein eigenes Plüschtier namens Fenggli. „Ein Trösterli, ein Mutmacher“, nennt Rücker das weisse Stofftier mit den kleinen Armen, das die Ärzte extra für diesen Zweck und mit Unterstützung von Grafikern des USZ entwickelt haben. Den Namen haben sie vom Fengg entnommen, einer Sagengestalt aus den Schweizer Alpen, die ein liebes, hilfsbereites Wesen darstellt und Bauern oder armen Leuten in der Not hilft.

Vom speziellen Engagement der Klinik liess sich auch die USZ Foundation begeistern. Die Stiftung sammelt Spenden, die der Forschung in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie zugute kommen. Sie erhalten das „Fenggli“ im Interdisziplinären Craniofazialen Zentrum, Plattenstrasse 11, in Zürich oder Sie können eine Mail mit Ihrer Anfrage schicken an icfc@usz.ch. „Es profitiert die nächste Generation von Kindern, die mit einer Lippen-, Kiefer-Gaumenspalte zur Welt kommt“, sagt PD Dr. Harald Essig, stellvertretender Leiter der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am USZ und Koordinator des Interdisziplinären Craniofazialen Zentrums.

Details zum Projekt

Weitere Infos zu Lippen-Kiefer-Gaumenspalte


Wir verwenden Cookies, um unsere Website nutzerfreundlich zu gestalten, sie fortlaufend zu verbessern und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.