Schleimhauterkrankungen

Jede Konsultation beginnt mit einer gründlichen Anamnese des vorstelligen Patienten. Es wird genau dokumentiert, wie lange die Läsion besteht, ob sie schmerzhaft ist, ob sie sich im Laufe der Zeit verändert hat und wie die Veränderung sich präsentiert. Jede suspekte Schleimhautveränderung wird fotodokumentiert, um eine Verlaufsbeurteilung zu ermöglichen. In den meisten Fällen ist eine Probebiopsie in Lokalanästhesie zur Diagnosesicherung indiziert. Auf Basis des histopathologischen Befunds kann dann eine gezielte Therapie eingeleitet werden. Sollte eine interdisziplinäre Abklärung erforderlich sein, so werden die Patienten kurzfristig für unsere gemeinsame Sprechstunde mit der Klinik für Dermatologie des UniversitätsSpitals Zürich aufgeboten. Zusätzlich pflegt die Mundschleimhautsprechstunde traditionell eine enge Zusammenarbeit mit den anderen interdisziplinären Sprechstunden am Zentrum für Zahnmedizin (ZZM), wie insbesondere der Interdisziplinären Periimplantitis-Sprechstunde, der Parodontitis-Sprechstunde und der Sprechstunde für Bisphosphonat-assoziierte Knochenerkrankungen, sowie mit der Klinik für Innere Medizin des USZ.
Je nach Befund ist zumeist ein Recall, also eine oft engmaschige -oder aber mindestens eine einmal jährliche- längerfristige Verlaufskontrolle angezeigt (Abbildungen 1-4). Wenn es sich um eine bösartige Veränderung handelt, wird der Patient direkt, ohne zeitliche Verzögerung in die Tumorsprechstunde der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie zur umgehenden Einleitung der weiteren Therapie überwiesen. Je früher eine Neoplasie erkannt wird, desto besser ist in der Regel die Prognose. Es ist es deshalb von grosser Bedeutung, bei jeder zahnärztlichen Untersuchung auch die Mundschleimhaut zu inspizieren.

Schleimh 1.jpgEpulis granulomatosa, diese
Schleimhautveränderung zählt zu der Gruppe der benignen Hyperplasien
Schleimhaut2.jpgCandida albicans, die häufigste Pilzinfektion in der Mundhöhle.

Schleimhaut 3.jpgLeukoplakie, sie ist in den meisten Fällen harmlos, bedarf aber der ärztlichen Kontrolle, da sie auch die Vorstufe einer malignen Veränderung sein kann.Schleimhaut 3.jpgLichen ruber mucosae, dies ist eine primär benigne, häufige, meist chronische Erkrankung, die zu den immunmediierten Erkrankungen zählt