Kiefergelenkserkrankungen

Ursachen für Beschwerden im Bereich des Kauapparates sind vielfältig und können Ihren Ursprung in einer Okklusionsstörung, der Kaumuskulatur, den Gelenksbinnenstrukturen (Gelenkskapsel, Bänder, Diskus, Gelenksknorpel, Knochen), dem Verhalten und der Psyche haben. Die entstehenden Beschwerden reichen von Gelenkgeräuschen über Mundöffnungseinschränkungen bis hin zu Schmerzen und werden unter dem Begriff der craniomandibulären Dysfunktion (CMD) zusammengefasst. Die initiale Therapie ist auf die Schmerzlinderung ausgerichtet und setzt sich zusammen aus einer physiotherapeutisch geleiteten Beübung, wobei diese durch eine spezialisierte Fachkraft durchgeführt werden sollte, sowie einer okklusalen Schienentherapie. Dank der interdisziplinären Zusammenarbeit werden im Zentrum für Zahnmedizin auch Biofeedback-Methoden in Kooperation mit Psychologen angeboten. Führen die konservativen Behandlungsansätze nicht zum gewünschten Ergebnis, kann eine chirurgische Intervention indiziert sein. Modernste Techniken der Gelenksspiegelung und Spülung kommen an unserer Klinik zum Einsatz. Führen diese minimalinvasiven Interventionen nicht zum gewünschten Erfolg, stehen die Techniken der offenen Kiefergelenkschirurgie zur Verfügung. Der Zugang zum Gelenk erfolgt dabei ästhetisch unauffällig präaurikulär, wie für ein Facelift. Nebst den gängigen Verfahren der chirurgischen Behandlung von Diskusverlagerungen, der Arthrose/Arthritis sowie der Ankylose, namentlich der durch Binde- oder Knochengewebe verursachten Versteifung des Gelenks, bieten wir an unserer Klinik auch den auf den Patienten massgeschneiderten Ersatz des Kiefergelenks mittels gewebeverträglichen Prothesen an. Letzteres stellt die Endbehandlung von fortgeschrittenen, mehrfach voroperierten, destruierten Gelenken dar. Entscheidend für den Therapieerfolg ist die interdisziplinäre und koordinierte Diagnosestellung sowie die Klinik übergreifende gemeinsame Planung und Umsetzung einer für unsere Patienten individuell angepassten Behandlung.

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Digitale Planung einer patientenspezifischen Kiefergelenksprothese.

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Maximale Mundöffnung vor (links) und nach (rechts) Einbringen einer patientenspezifisch gefertigten Kiefergelenksendoprothese bei fortgeschrittener, knöcherner Ankylose.